GiB · Heft 03/2025 · Rubrik Fachfragen
Astronomie
Mobiles Planetarium bringt Universum an die Schulen
Viel Wert auf Interaktivität und Bezüge zur Lebenswirklichkeit von Schülern legt auch Andreas Wieck. Seit sieben Jahren tourt der 57-jährige aus Pfaffenhofen an der Ilm mit seinem mobilen Planetarium durch den Freistaat und bringt die Astronomie an bayerische Schulen. Das mobile Planetarium: Das ist eine aufblasbare Kuppel von bis zu acht Metern Durchmesser, lichtundurchlässiges Material, innen eine vollständige 3D-Rundum-Darstellung und Platz für bis zu 60 Schülerinnen und Schüler.
Morgens um 6 Uhr komme er an den Schulen an, damit um 8 Uhr, wenn die ersten Schulklassen vor dem Eingang stehen, alles bereit ist. „Ich benötige nur 90 Minuten für das Ausladen des Autos, das Aufstellen der Kuppel, die Tontechnik und die Beamerjustierung", erzählt Wieck im GiB-Gespräch. Ein selbstgebauter Spezialbeamer hilft ihm, die Sterne, Planeten und Galaxien so in der Kuppel zu präsentieren, dass das Gefühl entsteht, unter dem Sternenhimmel zu sitzen.
Um den Schülerinnen und Schülern die Dimensionen des Kosmos näherzubringen, sind ihm drei Dinge wichtig: Staun-Effekte, die Schüler einbinden und Spaß haben. „Ich versuche immer, Bezüge zu den Lehrplan-Themen herzustellen und die Inhalte auf das Niveau der Schüler herunterzubrechen." Sein Programm stimmt er auf die jeweilige Altersstufe der Schulklassen ab. Wenn er an Grundschulen zu Besuch ist, kommt zum Beispiel „Astro" zum Einsatz, eine Astronauten-Puppe, die als blinder Passagier mit an Bord ist und den Kindern Fragen stellt.
Wenn es um die Temperatur der Sonne geht, hilft er mit Vergleichen zur heimischen Küche: „Die Sonne ist an ihren heißesten Stellen 20-mal so heiß wie der Backofen, der auf höchster Stufe also 300 Grad steht. Dann lasse ich sie die Temperatur berechnen." Mit Oberstufenschülern hingegen befasst er sich auch mit dem Lebensweg von Sternen anhand des Hertzsprung-Russell-Diagramms. „Anhand der Verteilung der Sterne über ihre Entwicklungsstadien kann man auch das Entwicklungsstadium eines einzelnen Sterns ablesen."
Lebendig sollen seine Vorführungen sein, sagt Andreas Wieck über sein mobiles Planetarium. Mit ihm bringt er das Weltall an die Schulen.
Er wolle stets wissen, ob bei den Kindern ankommt, was er sagt. Dazu gehe er in Kontakt mit ihnen: „Ich stelle deshalb viele Fragen und lasse sie vieles selber sagen." Die Schüler seien dabei immer aktiv und denken voll mit. Manchmal schweife er mit ihnen auch in philosophische Themen ab: Ist es Zufall, dass die Erde der einzige Ort ist, an dem es Wasser in flüssiger Form gibt, atembare Luft und eine Temperatur, die Leben zulässt? „Das sind alles einmalige Eigenschaften und da gerate ich tief ins Schwärmen", erzählt Wieck. „Aber wir streifen solche Fragen nur kurz an, ich komme bald wieder zurück zu den eigentlichen astronomischen Themen."
Quelle: GiB – Lehrerzeitschrift, Heft 03/2025, Rubrik „Fachfragen", Seite 30. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Verlags.
Hinweis: Der oben gesetzte Text ist eine Online-Transkription des Print-Artikels. Maßgeblich ist die gedruckte Originalfassung.