Die totale Sonnenfinsternis – ein Rückblick
Am Abend des 12. August 2026 schob sich der Mond vor die Sonne – über Bayern zu rund 90 Prozent, über Nordspanien vollständig. Andreas Wieck hat die Totalität gemeinsam mit dem Pfaffenhofener Astrofotografen Dr. Matthias Jantsch in Burgos erlebt, mitten in der Totalitätszone.
Alle Fotos auf dieser Seite hat Matthias Jantsch vom Hügel San Miguel im Norden der Stadt aufgenommen, auf 950 Metern Höhe.
Fotostrecke
Der Abend in Bildern
Zwei Phänomene machen diese Aufnahmen besonders. Beim Diamantring-Effekt – Sekunden vor oder nach der Totalität – scheint ein einzelner, extrem heller Lichtpunkt durch ein Tal am Mondrand; zusammen mit dem ersten Aufleuchten der Korona sieht das aus wie ein riesiger Diamantring am Himmel.
Die Korona selbst ist die äußerste Schicht der Sonnenatmosphäre: ein extrem heißes, dünnes Plasma mit Temperaturen von über einer Million Grad Celsius. Ihre bizarren Strahlen und Bögen werden vom Magnetfeld der Sonne geformt. Sie ist millionenfach lichtschwächer als die Sonnenoberfläche – und deshalb nur zu sehen, solange der Mond die Scheibe exakt verdeckt.
Zum Blättern seitlich wischen oder scrollen. Zwischen Bild 4 und 5 kehrte der Diamantring noch einmal zurück – das Ende der Totalität –, danach wanderte der Mond wieder von der Scheibe.
Vor Ort
Beobachtungsplatz über Burgos
Auf dem Hügel San Miguel im Norden der Stadt war der Blick nach Westnordwest frei – genau dorthin, wo die Sonne an diesem Abend tief stand. Kameras auf Stativen, Nachführung, Fernauslöser: Die Ausrüstung war auf die knapp zwei Minuten Totalität eingespielt.
Bewegtbild
Liveatmosphäre während der Totalität
Vom hohen Hügel aus sieht man sehr deutlich, fast räumlich, wie sich der Totalitätsschatten über die Landschaft bewegt – und sein Verursacher vor der Sonne. Was das mit den Menschen macht, die dort standen, haben sie selbst treffend in Worte gefasst.
Zum Nachspielen
Und so sah es in Bayern aus
In Bayern und Baden-Württemberg wurde es nicht total: Zum Maximum um 20:15 Uhr blieb eine schmale Sichel von etwa 10 % der Sonnenscheibe übrig – tief im Westnordwesten, kurz vor Sonnenuntergang. Mit dem Schieberegler lässt sich der Verlauf noch einmal durchspielen.
20:15 Durchmesser 90 % · Fläche 89 %
Maßstabsgetreu berechnet: Mondscheibe 3 % größer als die Sonnenscheibe, Bedeckungsgrad 0,905 zum Maximum (Südbayern).
Ausblick
Wann geht es weiter?
Schon am 2. August 2027 gibt es über Bayern wieder eine partielle Sonnenfinsternis – dann mit rund 59 % Bedeckung und mittags hoch am Himmel. Die nächste totale Finsternis über deutschem Boden folgt erst am 3. September 2081; über München gar erst im Jahr 2151.
Bildnachweis
Alle Fotos auf dieser Seite: © Dr. Matthias Jantsch, aufgenommen am 12. August 2026 auf dem Hügel San Miguel in Burgos (Spanien). Vielen Dank für die Freigabe!